BCKategorie 13.05.2015 11:57:52 Uhr | Freiwilligenagentur

Daniela Neubauer, Nersingen

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Interviewfragen an Frau Neubauer:

Was hat Sie zu Ihrem Ehrenamt motiviert?

Mir selbst und meiner Familie geht es sehr gut. Wir haben alles, was wir brauchen und sind rundum glücklich damit. Aber es gibt viele Menschen, denen es nicht so gut geht. Man kann hier finanziell helfen, was wir mit Spenden auch tun. Viel wichtiger finde ich aber, wenigstens teilweise, dass man diesen Menschen Zeit spendet, Aufmerksamkeit, Achtung und positive Erlebnisse schenkt. Und dies ist vor allem im Ehrenamt sehr gut möglich. Man kann die Zeit, die einem neben Job, Familie und anderen privaten Terminen bleibt, sinnvoll nutzen und anderen Menschen helfen und ihnen Gutes tun.
In diesem Sinne war ich schon immer ehrenamtlich tätig - auch schon als Jugendliche.

Wo sind Sie momentan tätig?

Seit ca. zehn Monaten bin ich im Rahmen des Familienzentrums Neu-Ulm als Leih-Oma tätig.
Ich habe im Juni vergangenen Jahres verschiedene  Ämter ausprobiert. Alles hat mir gut gefallen. Da ich aber schon immer sehr von Kindern begeistert war und sehr gut mit ihnen kann, ist mir die Wahl nicht schwer gefallen und ich habe mich für die Leih-Oma-Tätigkeit entschieden. Ich finde es so wichtig, Großeltern zu haben. Ich selbst war begeistert von meinen und auch unsere Tochter liebt ihre Großeltern über alles und besucht sie noch heute (mit 23 Jahren) ständig. Großeltern haben immer Zeit für die Kinder und "verwöhnen" sie einfach.
Ich wollte einem oder mehreren Kindern diesen "Luxus" bieten. Nicht alle Kinder haben Großeltern in der Nähe und auch die Eltern haben oft nicht viel Zeit für sie.
Meine "Leih-Enkelin" ist zwei Jahre alt und Tochter einer alleinerziehenden Mama.
Wir haben uns gesucht und gefunden - alles passt super. Wir wollen schon jetzt nicht mehr ohne einander sein und treffen uns regelmäßig. Nicht nur sie freut sich auf die Treffen. Auch ich bin immer begeistert.

Wie lange engagieren Sie sich bereits ehrenamtlich?

Ich bin schon seit meinen Jugendjahren immer ehrenamtlich tätig - damals als Jugendgruppenleiterin, Begleiterin bei Schullandheimaufenthalten, Helferin bei Dorffesten usw.
Später habe ich Sportgruppen im Sportverein geleitet - Mutter-Kind-Turnen, Kinderturnen und Frauenturnen.
Außerdem war ich im Kindergarten meiner Tochter Elternbeiratsvorsitzende, habe Kommunion- und Firmgruppen geleitet.
Auch die Vereinsarbeit kam nie zu kurz: bei Festen war ich immer als Helferin dabei.
Vor drei Jahren musste ich dann aus Gesundheitsgründen mit dem Ehrenamt eine Pause machen. Danach wollte ich mit neuem Engagement beginnen und bin so über die Freiwilligenagentur zum Familienzentrum Neu-Ulm gekommen.

Was war Ihr schönstes Erlebnis in Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit?

Ehrenamt an sich bringt sehr viele schöne Erlebnisse mit sich. Man bekommt so viel zurück - den Dank, die Liebe, positive Stimmungen, Zufriedenheit und Glück und das ständig in vielen kleinen Dingen, nicht nur in großen.
Wenn einen Jahre später, die Menschen noch kennen, mit denen man zu tun hatte, sie sich immer noch freuen, einen zu sehen. Wenn man nur positive Rückmeldungen bekommt. Wenn man immer wieder gefragt wird, ob man nicht weiter machen möchte.

Ein konkretes Beispiel aus meiner jetzigen Tätigkeit als Leih-Oma:

Als ich meine Leih-Enkelin Mia das erste Mal aus der Kita abgeholt habe, stand sie schon am Fenster, um zu schauen, wann ich komme.
Als ich rein kam, sprang sie mir schon entgegen, fiel mir in die Arme und rief: "Meine Nela ist da" und hat einfach nur fröhlich gelacht.
Da ging mir einfach das Herz auf, wie man so schön sagt. Und so ist es jetzt jedes Mal. Man sieht sofort, wie glücklich sie ist, wenn ich komme. Da ist es dann den ganzen zeitlichen Aufwand und auch die Energie auf alle Fälle wert, die man in die ehrenamtliche Tätigkeit steckt. Man bekommt alles tausend Mal zurück.